EuRegioVital(e)2011

Fachexkursion nach Piensk

Am 10.07.2013 stand eine Fachexkursion nach Piensk auf dem Programm. Mit einer Gruppe von ca. 100Interessierten ging es gegen 8:00 Uhr bei wunderschönem Wetter und strahlenden Sonnenschein mit unseren restaurierten LO-Bus Richtung Piensk. Alle waren guter Dinge und die Frage, ob denn der Oldtimer auch die etwas längerTour verkraften würde, wurde durch den Projektleiter Herrn Quauck optimistischer Weise mit den Worten "Bei dem geht nichts kaputt" beantwortet. Das sich dies nicht ganz richtig war, konnte zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnen. Die angekündigte Zustiegsmöglichkeit in Görlitz nutzen nochmals etwa 10 Leute so dass der Bus mit seinen 20 Plätzen vollständig ausgelastet war. Nächster halt Deschka / Brücke nach Polen. Ziel der Exkursion war das Kennenlernen von interessanten EU-geförderten Projekten und die Aktivitäten in Bezug auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Gemeinde Piensk mit deustchen Partner auf kommunalen, touristischen und wirtschaftlichen Gebiet. Die Gemeinde Piensk wurde übrigens bereits 2005 im Berich Fördermittelgewinnung im Ranking der kommunalen Selbstverwaltung in Polen  mit einer durchschnittlichen Pro Kopf Förderung von 1.252,50 PLN (etwa 300 €) erster.

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Die EU ist in der kleinen etwa 9000 Einwohner umfassenden Gemeide allgegenwärtig. Überall findet man die Aufsteller und Tafeln, die auf eine Mitfinanzierung der EU hinweisen. Wie an einer Perlenschnur aufgereit sind zahlreiche Objekte in den vergangenen Förderperioden neu entstanden bzw. modernisiert worden. Los gings direkt an der Grenze. Die Fußgänger- und Radwegebrücke wurde am 01.06.2007 eröffnet und ermöglicht den Bürgern von Piensk auf kurrzem weg beispielsweise ihre Kinder in den deutsch-polnischen Kindergarten in der Gemeinde Neißeaue bringen, und dies übrigens mit Sondergenehmigung sogar mit PKW. Die EU-Förderung im Rahmen des Programms Interreg IIIA betrug damals 1.030.971,94 PLN. Der Rundgang durch die kleine Gemeinde wurde durch Frau Gorezka, die als Vertretung der stellv. Bürgermeisterin Frau Sokolowska fungierte, mit vielen interessanten Informationen gespickt. Im weiteren Verlauf  waren gleich zwei geförderte Objekte in direkter Nachbarschaft zu sehen. Zum einen die Poliziestation und zum anderen den Offenen Sportkomplex am Gymnasium. Modernisierte Häuser im Zentrum, der Umbau der Wasseraufbereitungsstation und die grenzüberschreitende Kläranlage zeugen von den weiteren Aktivitäten im Bezug auf die Fördermittelgewinnung. Ein Höhepunkt war die Besichtigung des EuroRegionalen Kultur- und KommunikationsZentrum - EuRegioKom. Nach umfassenden Modernisierungsarbeiten konnte das ehemalige Kulturhaus am 02.06.2012 mit einer Festsitzung des Stadtrates und des 50 jährigen Jubiläums der Verleihung des Stadtrechtes eröffnet werden. Die multimediale Kultureinrichtung ist seitdem ein euroregionaler Ort der gesellschaftlichen sowie kulturellen Integration und erlaubt, Konferenzen, Begegnungen, Ausstellungen, Konzerte, Werkstätten und Schulungen sowie andere ähnliche Maßnahmen für Bewohner von beiden Seiten der Lausitzer Neiße. Mit einem EU-Fördermittelanteil von ca. 480.000 € trägt es zur Verbesserung des polnisch-sächsischen Grenzraumes bei und steigert die Konkurrenzfähigkeit dieser Region. Nach einer Besichtigung und einem bei ca. 30 ° im Schatten notwendigen Stopp zur Flüssigkeitsregulierung ging es vorbei am Rathaus weiter in Richtung Industriedenkmal Alte Glashütte, die im Jahr 2011 durch die Gemeinde erworben wurde und perspektifisch als Sitz der Stadtverwaltung dienen soll. Bis es soweit ist, wird das bereits ansanierte und unter Denkmalschutz stehende Gebäude, bei diversen städtischen Veranstaltungen genutz und kann jederzeit Besichtigt werden. Nicht nur Industriehistoriker sondern auch Liebhaber von Glaskunst kommen dabei auf ihre Kosten und können eine imposante Ausstellung von hier produzierten Exponaten bestaunen. In einem weiteren Projekt geht es um die Verbesserung der Infrastruktur und Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr und den Aufbau eines grenzübergreifenden Systems für Brandschutz und Katastrophenschädenbekämpfung im PL-SN Grenzraum gemiensam mit der Gemeinde Neißeaue. Der imposante Rundgang durch die Stadt neigte scih nun langsam dem Ende entgegen. Aber keine "Stadtführung" ohne Kirchenbsichtigung und so machten wir noch einen kurzen Stop bei der neugotische Kirche St. Franz von Assisi. Auf dem Weg zum wohlverdienden Mittagsimbiss führte uns der Weg noch bei der Grundschule Nr. 1 vorbei an der Frau Gorechka unterrichtet. Wie könnte es auch anders sein, auch hier flossen Gelder der EU hin. Nach zwei hoch interessanten Stunden und einigen bleibenden Erlebnissen liesen wir dann die Exkursion auf polnischen Boden mit einen kleinen essen ausklingen und konnten noch mal alles ein wenig Revue passieren lassen. Gut gestärkt ging es dann über Görlitz zurück nach Zittau. Na ja fast bis Zittau, denn entgegen den optimistischen Worten von Mirko Quauck, machte dann doch unser etwas in die Jahre gekommenes Gefährt in Ostritz mit einen lauten Knall, schlapp. Trotz eigentlich beherschbarer Technik und ohne Elektronik Schnickschnack, bekamen wir den alten robur nicht mehr in Schwung. Und so mussten wir das letze Stück nach Zittau auf die Technik von heute zurückgreifen, Aber dieser kleine Vopa konnte uns nicht mehr schocken.

Es war eine gelungene und sehr aufschlussreiche Exkursion in eine gemeinde, der man in Punkto grenzübergreifender Projektarbeit nichts mehr vormachen kann.

Ausführliche Inormationen zu de zahlreichen EU-Projekten finden Sie auch auf der Internetseiten der Gemeinde Piensk unter www.piensk.com.pl

Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Operationellen Programms für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Sachsen - Polen 2007-2013 sowie aus Mitteln der Europäischen Union und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung

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